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Zur Eröffnung der weltweit größten Wassersportmesse "boot" in Düsseldorf haben der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), der Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und der Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) die Wasserpflanze des Jahres 2011 bekanntgegeben. In den letzten Jahren hat immer der Förderkreis Sporttauchen e.V. die Wasserpflanzen ausgewählt. Zu Jahresbeginn haben das jetzt die nationalen Tauchsportverbände von Deutschland, Österreich und der Schweiz als gemeinsame Aufgabe grenzüberschreitend übernommen. Damit möchten alle drei Verbände Sporttaucherinnen und Sporttaucher, aber auch alle anderen Wassersportfreunde die Gelegenheit geben sich intensiver mit dem „Grün“ im Wasser und auf der Wasseroberfläche zu beschäftigen. Weiter ist es den Sporttauchverbänden ein wichtiges Anliegen, auf die Bedrohung vieler Wasserpflanzen aufmerksam zu machen, deren leises Verschwinden nur von den Sporttaucherinnen und Sporttauchern Unterwasser frühzeitig bemerkt werden kann.
Die einheimische Wassernuss oder Wasserkastanie ist eine einjährige Wasserpflanze, die mit einem langen, dünnen Stängel am Gewässergrund verankert (nicht verwurzelt) ist. Die Wassernuss gilt in Deutschland, der Schweiz und in Österreich als stark gefährdet und ist auf der Roten Liste. In vielen Gebieten ist sie vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.
Sie kommt gesellig in Schwimmblattbeständen vor und bevorzugt sommerwarme, nährstoffarme bis -reiche, stehende Gewässer. Die Wassertemperatur sollte an mindestens 160 Tagen pro Jahr über 10° C liegen. Optimal wächst sie bei einer Wassertiefe von 1-2 Metern auf Schlammböden, ist empfindlich gegen Beschattung und geht bei stärkerer Verschmutzung rasch zurück. Die Schwimmblätter sind im Frühjahr, zu Beginn der Vegetationsperiode olivgrün gefärbt. Später im Jahr färben sie sich violettbraun. Die Blätter haben einen aufgeblasenen, hohlen Blattstiel und sind, wie die Blattstiele, unten dicht borstig behaart. Im Juli und August bilden sich ca. 8 mm große, weiße Blüten. Daraus entwickeln sich ca. 3 - 5 cm große Steinfrüchte mit 4 spreizenden bis zurückgebogenen Kelchdornen, die dann den Winter über am Gewässergrund überdauern. Der Kern der Nuss enthält bis zu 20% Stärke. Die Verbreitung der reifen Nüsse erfolgt durch Schwäne, Gänse, Biber, Fischotter und andere Tiere, und durch den Menschen, der die Früchte wegen des essbaren Kerns seit der jüngeren Steinzeit auch als Nahrung nutzte.
„Die Wassernuss ist ein voreiszeitliches Relikt und war früher in viel weiter verbreitet und häufiger als heute“, so PD Dr. Ralph O. Schill vom VDST. „Mit der Wahl der Wassernuss, als Wasserpflanze des Jahres 2011, möchten wir auf die starke Gefährdung aufmerksam machen. Gefährdet ist die Wassernuss heutzutage hauptsächlich durch Baumaßnahmen, wie z.B. Flussbegradigungen, durch die Wasserverschmutzung und durch Ablagerungen von Trübstoffen.“
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie aus Seen geerntet und in guten Jahren sogar an die Schweine verfüttert. Gemahlen wurden sie auch in der Fischzucht verwendet. Damals galt die Wassernuss auch als Nahrungsmittel für den Menschen.
Fehlen Tiere, wie beispielsweise die Fischotter, der die Wassernüsse sammelt und in andere Gewässer transportiert, kann sich die Wassernuss nicht verbreiten. Es kommt hinzu, dass die Wassernuss ruhige beziehungsweise stehende Gewässer liebt und daher die Nüsse auch kaum von einer Wasserströmung davon getrieben werden. Als die Flüsse noch nicht begradigt waren und ruhig dahin flossen, war die Wassernuss besonders in den Auen noch eine sehr stark verbreitete Pflanze. Im Gegensatz etwa zu Seerosen, die Knolle entwickeln aus der sich Jahr für Jahr eine Pflanze entwickelt und die mehrjährig sind, sprießt aus der Wassernuss nur ein einziges Mal ein Trieb. Wird also beispielsweise der aus der Nuss kommenden Triebstängel einmal von einem Fisch abgefressen oder knickt der Treib um oder reißt ab, dann stirbt die Pflanze.
Wer mehr über die Wassernuss erfahren möchte ist am Stand des VDST in Halle 3 B54 auf der 42. Internationale Bootsausstellung Düsseldorf herzlich willkommen. Hier kann die Wasserpflanze des Jahres auch in ihrer vollen Pracht gesehen werden. Weiter Informationen erhalten Sie unter www.wasserpflanze-des-jahres.org.
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